Gedichte, Kurzgeschichten & Sonstiges


Friendship Poem
(2022)
What’s gwaning, fam?
We are the (h)arry po:a gang
We may be herzig, süess and pre:y
but we aint schewpid we’re quite wicked
Cause, bloody hell, we got some magic spells,
You could probs get mangled, or worse, expelled
Expelliarmus, it’s not that Yudai* but you’re disarmed
Say luv to the crazy guy* you had in your hand
Wicked, innit?
But do you even know what’s rice and peas?
They are bussin’, believe me
Or not, anyway it’s Tschewsday, innit?
We are losing track of time,
Cause every day we are having a good time
Bri:ish accent, slang words and insider jokes
And of course, you must know which house you belong to in Hogwarts
Kvitto – nej tack
Scooters – nej tack
Trial week – nej tack
Exams – nej tack
Bo:el of wo:a – ja tack!
No matter if Hufflepuff, Ravenclaw, Gryffindor or Slytherin,
It is a legendary friendship that we’re in
We and my rhymes are flippin’ amazeballs
Perfectly imperfect, like Draco Malfoy
Not sure? Ask your favorite wizard
hej då, vi ses, luv
*Yudai: Name von einem Mitglied der japanischen boy group INI
*crazy guy: Englische Übersetzung vom koreanischen Slang-Wort "미친놈" = etwas sehr leckeres zum Essen
*rice and peas: Britischer Slang für Geld
*bussin': Mega, oft auf Essen bezogen
Das Vermächtnis der Gartenzwerge (2012)
Man glaubte es kaum, aber wenn man es glaubte, konnte man es nicht beweisen. Die aus Porzellan gemachten Gartenzwerge von sämtlichen Gärten erwachten in der Nacht zum Leben. Jeden 31. Oktober geschah etwas Merkwürdiges: Gartenzwerge wurden vermisst.
Zufälligerweise ist heute Abend der 31. Oktober. Lucy, die Gärtnerin, schmückte bis spät in die Nacht das Haus. Kurz bevor sie schlafen ging, sah sie aus dem Fenster auf ihren Gartenzwerg, der bis jetzt immer noch wie gefroren dastand, und sprach siegessicher:
„Heute Nacht um Mitternacht wirst du meine Halloween-Überraschung erleben!" (lacht böse).
Als es 24.00 Uhr schlug, erwachte der einzige überlebende Zwerg und rief: „Ich bin frei!“ Da wurde es plötzlich dunkel um den Zwerg. „Das hättest du wohl gerne!“, schrie Lucy. „Hey, was soll das, du böses Biest! Lass mich sofort raus aus diesem stinkenden Sack!“, rief der Zwerg verzweifelt. Lucy schleifte ihn hinter sich her, zur Turmuhr in der Mitte des verlassenen Dorfes.
„So, ich schätze mal so über den Daumen gepeilt, dass du nicht mehr lange leben wirst. Deine letzte Stunde hat geschlagen, Zwerg.“
„W-w-w-was meinst du damit?!“
„Nichts kann mich jetzt noch aufhalten.“ (singt: We are the champions)
„Entschuldigung…“
„Sei still. Ich arbeite an meinem Selbstbewusstsein!“
„Okay, ich bin schon ruhig.“
(Lucy schaut Fernsehen)
„Hmm langweilig, langweilig – oh, eine Kochsendung!“
„Ich will Sie ja nicht stören, aber wenn ich Ihnen 100 Franken geben würde… würden Sie mich freilassen?“
„Ich bin nicht bestechlich. Und überhaupt, könntest du schon tiefer in die Tasche greifen.“
„Wie wäre es denn mit 1000?“
„Dir ist schon bewusst, dass mir dein Tod wichtiger ist.“
„Okay.“
„Aber du darfst als Belohnung, weil du mich bestechen wolltest, mit mir die Kochsendung ansehen.“
„Okay, aber wie kann ich mit diesem stinkenden Sack denn etwas sehen?“
„Schon gut, schon gut. Ich werde ihn dir annehmen.“
Gesagt, getan. „Oh danke, war auch Zeit geworden, diesen Sack zu lüften.“
(Schaut herum) „Wo sind wir?“
„Dort, wo du bald sterben wirst.“
„Ojemine.“
„Wir sind im Uhrwerk, falls du es noch nicht bemerkt hast, und sehen uns jetzt endlich mal die Kochsendung an.“
„Ich will ja nicht unhöflich sein, aber es gibt bestimmt bessere Programme als diese langweiligen Kochsendungen, die kein Mensch schaut.“
Da der Zwerg immer wieder Fragen stellte, kam sie nie dazu, die Kochsendung zu sehen.
„Wegen dir habe ich die Sendung verpasst, dafür wirst du mit deinem Leben bezahlen!“ (lacht böse und kommt auf den Zwerg zu).
„Tja, kennst du schon den Spruch: Wer zuletzt lacht, lacht am besten?“
„Wie konntest du dich befreien? Das war ein Doppelknoten!“
„Das ist die Kraft der Gartenzwerge. Jetzt hast du keine Chance.“
(Zwerg beißt Lucy und wirft sie ins Uhrwerk).
Als Lucy in einem Zahnrad stecken blieb, stand die Zeit still, weil sie somit das Uhrwerk für eine ganze Stunde blockierte. Da sie böse war, löste sie sich in Asche auf. Somit ging der Zwerg friedlich heim, und das war die Geschichte der Zeitumstellung.
Das Märchen von den zwei Brüdern, dem babyblauen Hut und dem roten Licht des Regenbogens
(k.A., 2017?)
Es waren einmal zwei Brüder, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Der Jüngere sprudelte nur so vor Lebensfreude und war sehr schwatzhaft. Der Ältere hingegen war eher melancholisch und ein Mann weniger Worte. Doch eins hatten die Geschwister gemeinsam: Beide hatten ein reines, gutes Herz, und auch wenn sie ab und zu stritten, so hatten sie sich lieb.
Jedoch gab es seit einiger Zeit gar nicht mehr so viel Gelegenheit zum Streiten, da der Jüngere in der Stadt seine Schreinerlehre begonnen hatte und der Ältere sich zu Hause um den Acker und den Haushalt kümmerte, denn die Eltern waren gerade auf Reisen.
Eines Tages beschlossen die Brüder, als Zeichen der Zuneigung füreinander, dem anderen ein Geschenk zu machen. Der Ältere meinte: «Ich wünsche mir einen babyblauen Sonnenhut. Damit wird mir die Ackerarbeit bestimmt weniger Mühe bereiten.» Als dieser seinen Bruder fragte, was er denn haben möchte, sagte dieser: «Ich weiss es noch nicht. Lass mich darüber nachdenken.»
Eigentlich wusste er schon ungefähr, was er sich wünschte - nämlich etwas, das seinen Bruder glücklicher machen würde. Denn er wusste, dass dies der Sonnenhut nicht tun würde. Und er selbst wünschte sich nichts, da er sich mit seinem Leben im Moment zufrieden schätzte. Sein Bruder brauchte keine Abkühlung von der Sonne, sondern eine Erfrischung in seinem Alltagsleben.
Auf jeden Fall kümmerte er sich zuerst um den babyblauen Sonnenhut und arbeitete dafür extra lang und viel. Schliesslich gab er seinen ganzen Monatslohn für den Hut an einem Stand aus, an dem eine alte Frau stand.
«Wieso machst du so ein trauriges Gesicht, Junge? Freust du dich denn etwa nicht über den Hut?», fragte sie ihn.
«Nein, das ist es nicht. Aber ich wüsste nur allzu gern, was ich meinem Bruder schenken sollte, das ihn wirklich glücklich machen wird», erklärte er und erzählte ihr von der Abmachung mit seinem Bruder.
Da meinte die Frau, sie wüsste da etwas: Er solle seinen Bruder bitten, ihm das bergkristallrote Licht des Regenbogens zu bringen. Als er fragte, wie dieser das anstellen solle, sagte sie: «Er soll seinem Herzen folgen, dann wird er es finden.»
Auch wenn er nicht viel damit anfangen konnte, begnügte er sich damit und machte sich auf den Weg nach Hause zu seinem Bruder. Dieser war sehr überrascht, von diesem seltsamen Wunsch zu hören.
«Das ist ein sehr interessanter Wunsch, aber wo finde ich denn einen Regenbogen, geschweige denn sein rotes Licht?», fragte der Ältere.
«Folge deinem Herzen, dann wirst du es finden.»
So machte sich der ältere Bruder nun auf den Weg, um das bergkristallrote Licht des Regenbogens zu finden. Da es für einen Regenbogen regnen musste, entschloss er sich, in Richtung Norden zu wandern.
Es war ein äusserst langer, ermüdender Weg, der an manchen Stellen nicht aufzuhören schien. Andere hätten vielleicht aufgegeben. Doch die Liebe zu seinem kleinen Bruder und der Wille, ihm seinen Wunsch zu erfüllen, waren stärker. Und so ging er weiter, bis ihm ein Einhorn begegnete.
Das Einhorn konnte sprechen und fragte ihn, wohin er denn gehen wolle.
«Ich bin auf der Suche nach einem Regenbogen, um sein rotes Licht für meinen Bruder zu besorgen.»
Da konnte ihm das Einhorn Auskunft geben: «Ich kenne den Weg und kann dich dorthin begleiten, wenn du möchtest.»
«Ja, sehr gerne.»
Und so liess er sich den Weg vom Einhorn zeigen. Schliesslich erreichten sie eine Höhle, vor der ein See lag, und eine Brücke führte darüber zur anderen Seite. Der Ort war tief im Innern eines Waldes versteckt und schien magisch zu sein.
«Siehst du diese Höhle?», fragte ihn das Einhorn. «Das ist eine Bergkristallhöhle, in der fleissige Zwerge arbeiten. Und siehst du diese Brücke hier? Um Punkt zwölf Uhr, wenn die Sonne im Zenit steht, wird der Regenbogen sichtbar werden – auch wenn es nicht regnet. Dann musst du in der Mitte der Brücke stehen und einen Bergkristall in die Luft halten. So wirst du das rote Licht des Regenbogens darin einfangen. Aber den Bergkristall musst du zuerst noch selbst aus der Höhle beschaffen. Ich und die Zwerge können dir jedoch helfen.»
Da freute sich der ältere Bruder natürlich und begann gleich mit seinen Gehilfen, einen Bergkristall herauszuhauen. Das Einhorn benutzte sein Horn, und die Zwerge unterstützten ihn. Die Arbeit erforderte viel Kraft und Geschick, doch schlussendlich hatten sie es geschafft.
Der Bruder bedankte sich bei seinen Freunden.
Und dann war es so weit: Um Punkt zwölf Uhr mittags stellte er sich in die Mitte der Brücke und hob den Bergkristall hoch - und tatsächlich konnte er den Regenbogen sehen und wie sich sein Bergkristall mit rotem Licht füllte.
Als er das Licht vollständig eingefangen hatte, offenbarte ihm das Einhorn das Geheimnis hinter dem roten Licht im Bergkristall: Das rote Licht stand für die Liebe - für alle Arten von Liebe, auch für die Geschwisterliebe. Er konnte es einfangen, weil er während der ganzen Reise keine egoistischen Gedanken hatte und alles aus purer Liebe tat. Sonst wäre der Bergkristall zersprungen.
Der ältere Bruder begann zu strahlen und zu lächeln, nein - zu lachen. Er war so richtig glücklich wie schon lange nicht mehr. Er bedankte und verabschiedete sich von den Zwergen und dem Einhorn, seinen Freunden. Dann machte er sich auf den Weg nach Hause.
Dort wartete schon sein kleiner Bruder auf ihn. Sie waren froh, sich wiederzusehen, und umarmten sich. Der Ältere gab seinem Bruder das rote Licht des Regenbogens und erzählte ihm von seiner Reise. Auch der Jüngere hatte eine Überraschung für ihn: Ihre Eltern waren von der Reise zurückgekehrt und warteten im Wohnzimmer.
Und so waren sie alle - die ganze Familie - wieder glücklich vereint.
Ende.